Baureportage: Das Beste aus zwei Welten

Mit dem Projekt Stilneubau entsteht in Wien-Neubau eine gelungene Synthese aus Alt und Neu.

Baustelle Schottenfeldgasse | Foto © Martina Pölzlbauer   1/7

Die Bildreportage zeigt, wie man einen Jahrhundertwendebau mit zeitgemäßer Architektur verbindet.

Neubau, Wiens siebenter Bezirk, ist eine der begehrtesten Wohngegenden der Bundeshauptstadt. Hier treffen Gründerzeitbauten und Biedermeierhäuser auf kühne Dachgeschoßausbauten, Kreativunternehmen auf innovative Gastronomie, Kunst auf Handwerk. Neubau pulsiert, verändert sich stetig und erfindet sich immer wieder neu. Mehr Urbanität bei gleichzeitig fast dörflicher Struktur findet man an kaum einem anderen Ort in Wien. Doch Neubau ist auch einer der kleinsten Bezirke der Stadt, dementsprechend rar sind geeignete Flächen, auf denen neue Wohnprojekte realisiert werden können.

Mit dem Umbau und der Erweiterung des 1903 Ecke Schottenfeldgasse/Seidengasse errichteten Gebäudes entstehen nach den Plänen von silberpfeil architekten bis Ende des Jahres 28 Wohnungen unweit der Mariahilfer Straße. Das Besondere daran: 16 davon vereinen die Vorzüge eines Altbaus mit dem Komfort eines Neubaus. Denn während die Wohnungen straßenseitig mit saniertem Altbaucharme punkten, werden sie hofseitig um einen neu errichteten Teil inklusive Balkone ergänzt.

Die historische Fassade des Stilneubaus bleibt erhalten und wird saniert. Dahinter geht es allerdings ans Eingemachte, denn das Gebäude wird entkernt, um völlig neue Grundrisse zu schaffen. Dabei bleibt, wie die Fotos zeigen, kein Stein auf dem anderen. Lediglich tragende Mauern und Decken bleiben erhalten. Eine Besonderheit der Holzdecke ist die Verstärkung der Querverstrebungen mittels Eisenstangen, um ein Verdrehen der Balken nachhaltig zu verhindern.

Mittels Split-Level-Lösung werden künftig Alt und Neu miteinander verbunden. Dafür wird die rückwärtige Hälfte des Hauses bis zur Mittelmauer abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Bereits im Sommer soll der Rohbau fertiggestellt sein. Pittoreske Mauern weichen bis zum kommendem Jahr einem begrünten ruhigen Innenhof. Leichte Sprünge und Schrägen schaffen künftig nicht nur Raum für Balkone, sondern auch Rückzugsorte für die Bewohner. Trotz relativ enger Hofsituation achteten silberpfeil architekten darauf, die Freiflächen nicht zu einsichtig zu gestalten. Dort, wo derzeit noch Bodenplatten und Stahlgitter sichtbar sind, entstehen zwei Eigengärten, die den Wohnungen im untersten Stockwerk zugeordnet sind. Von der Begrünung werden allerdings alle Bewohner profitieren, trägt sie doch während der Sommermonate zur Kühlung bei.

Die Fertigstellung ist mit Jahresende avisiert. Im April kommenden Jahres werden die Eigentümer ihr neues Zuhause beziehen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.