HTL-Lokalaugenschein im VILLAGE IM DRITTEN

Schüler*innen des Camillo Sitte Bautechnikums haben eine exklusive Führung über das elf Hektar große Areal in Wien-Landstraße bekommen.

HTL-Führung im VILLAGE IM DRITTEN | © ARE   1/4

Die "Wohnbautage" der HTL Camillo Sitte haben insgesamt rund 100 Schüler*innen aus den 3. Klassen Mitte September ins VILLAGE IM DRITTEN geführt. Die 16- bis 17-Jährigen der zweiten Gruppe waren bei ihrer Ankunft zu Mittag bereits etwas müde und die spätsommerliche Hitze machte ihnen zu schaffen. Das Projektteam rund um Quartiersentwicklerin ARE, Superblock und Novaplan konnte aber fast alle für das Großprojekt VILLAGE IM DRITTEN begeistern. 

Masterplan mit "Höhen und Tiefen"
Die VID-Masterplaner Verena und Christoph Mörkl vom Büro Superblock brachten den Jugendlichen das Gesamtkonzept näher. So gaben sie Einblicke in die jahrelange Planung, das Privileg ein so großes innerstädtisches Quartier zu gestalten, warum der Park "Finger" hat - nämlich damit alle Wohnhäuser im VILLAGE auch Parkblick haben - oder über die Herausforderung des Höhenunterschiedes von 15 Metern über das gesamte Gelände. 

"Ich freue mich den Schüler*innen des Camillo Sitte Bautechnikums einen Einblick in die Praxis geben zu können und sie damit vielleicht für Ihre Weiterbildungsentscheidungen oder bei der Berufswahl ein bisschen zu inspirieren. Mein Mann hat hier bereits seinen HTL-Abschluss gemacht und sich dann für die Architektur entschieden. Jetzt zeigen wir der nächsten Generation, welche Möglichkeiten sie hat", sagt Verena Mörkl und fügt mit einem Lächeln hinzu "mal schauen, wer mehr überzeugen konnte – Wilfried Wiesinger mit dem Tiefbau oder wir mit der Planung".

Ring of Fire im Village
Die Teenager lernen bis zum vierten Jahr breit gefächert über das gesamte Spektrum des Bauens. Bald müssen sie sich aber für einen Schwerpunkt - Hochbau, Tiefbau oder Bauwirtschaft - entscheiden. Wilfried Wiesinger von Novaplan, Leiter der Örtlichen Bauaufsicht für die Infrastruktur, versuchte die Schüler*innen für sein Fachgebiet zu gewinnen. 

Wiesinger gab spannende Einblicke in die Sortierung und den Abtransport der Materialen im Zuge der Herstellung von Baustraßen und Infrastruktur oder erklärte ihnen was der "Ring of Fire" ist: Jener Weg, der die Adolf-Blamauer-Straße und die Landstraßer Hauptstraße miteinander verbindet und der, genauso wie das gesamte Wegenetz, autofrei ist und nur von Einsatzfahrzeugen und der Müllabfuhr befahren werden darf. Darüber hinaus regte er beim Zauneidechsenhabitat die Adleraugen der müden Jugendlichen an, die hofften eines der unter Naturschutz stehenden Exemplare zu entdecken und begeisterte die Schüler*innen sogar für Zahlen und Fakten rund um die Kanalherstellung. 

Schüler Ermin hat sich bereits für den Tiefbau entschieden, ist aber auch vom Konzept begeistert: "Ich freue mich schon, wenn das Quartier fertiggestellt ist und ich einmal durchgehen kann". Seine Kollegin Lea Wilfing hat andere Pläne: "Ich habe mich für die HTL entschieden, weil meine Eltern in der Baubranche sind und ich Architektin werden möchte. Beim VILLAGE IM DRITTEN gefällt mir besonders die Kombination aus Park und Wohnen".